ausnehmen


ausnehmen

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aus|neh|men ['au̮sne:mən], nimmt aus, nahm aus, ausgenommen:
1. <tr.; hat
a) herausnehmen:
die Eingeweide [aus dem Huhn] ausnehmen; die Eier [aus dem Nest] ausnehmen.
b) durch Herausnehmen leer machen:
eine Gans ausnehmen (vor der Zubereitung von den Eingeweiden befreien); ein Nest ausnehmen (die darin liegenden Eier herausnehmen).
2. <tr.; hat nicht mitzählen, als Ausnahme behandeln:
alle haben Schuld, ich nehme keinen aus.
Syn.: ausklammern, ausschließen, außer Betracht lassen, außer [aller] Acht lassen, nicht berücksichtigen, nicht in Betracht ziehen, nicht mitrechnen.
3. <+ sich> (in bestimmter Weise) wirken, aussehen:
das farbige Bild nimmt sich gut zu den hellen Gardinen aus.
Syn.: einen Anblick bieten.
4. <tr.; hat (ugs. abwertend) (jmdm.) durch listiges, geschicktes Vorgehen [beim Spiel] möglichst viel Geld abnehmen:
sie haben ihn gestern beim Skat tüchtig ausgenommen.
Syn.: ausbeuten (emotional), ausnutzen (bes. nordd.), ausnützen (bes. südd.), ausrauben, berauben, bestehlen, schröpfen (ugs.), zur Ader lassen (ugs. scherzh.).

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aus||neh|men 〈V. 187; hat
I 〈V. tr.〉
1. etwas \ausnehmen
1.1 den Inhalt aus etwas herausnehmen
1.2 berauben, bestehlen
1.3 ausschließen, nicht meinen, nicht berücksichtigen, nicht mitzählen
2. jmdn. \ausnehmen 〈umg.〉
2.1 verhören, jmdm. Geständnisse entlocken
2.2 ihm Geld abnehmen (beim Spiel usw.)
● einen Fisch, ein Huhn \ausnehmen die Innereien herausnehmen; ein Vogelnest \ausnehmen; ihn muss ich von dieser Behauptung \ausnehmen ihn meine ich mit dieser Behauptung nicht; bitte nehmt mich davon (von eurem Spiel, Vorhaben) aus
II 〈V. refl.〉 sich \ausnehmen 〈geh.〉 wirken, erscheinen ● sie nimmt sich in diesem Kleid gut aus; wie nimmt sich das Bild dort an der Wand aus?; →a. ausgenommen

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aus|neh|men <st. V.; hat:
1.
a) aus einem Nest o. Ä. herausnehmen, wegnehmen:
die Eier, junge Vögel [aus dem Nest] a.;
b) ein Nest o. Ä. durch Herausnehmen des Inhalts leeren:
die Nester im Hühnerstall a.;
Ü ein Diebesnest, eine feindliche Stellung a. (ausheben).
2.
a) (Eingeweide) aus einem geschlachteten od. erlegten Tier entfernen:
die Eingeweide, Herz, Leber a.;
b) (ein geschlachtetes od. erlegtes Tier) von den Eingeweiden befreien:
ein Huhn, einen Hasen a.
3. (ugs. abwertend)
a) jmdm. auf listige od. hinterhältige Weise Geld abnehmen; schröpfen:
jmdn. beim Spiel a.;
er ist von seiner Geliebten tüchtig ausgenommen worden;
b) auf dreiste Art aushorchen, ausfragen:
er versuchte mich auszunehmen.
4. von etw. ausschließen; gesondert behandeln; nicht mitzählen:
du kannst dich, ihn bei der Schuldfrage nicht a.;
sie vertraute allen, einen Einzigen ausgenommen.
5. <a. + sich> (geh.) in bestimmter Weise erscheinen, wirken:
das Bild nimmt sich in diesem Raum sehr gut, unpassend aus.
6. (österr.) erkennen, unterscheiden, wahrnehmen.

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aus|neh|men <st. V.; hat: 1. a) aus einem Nest o. Ä. herausnehmen, wegnehmen: die Eier, junge Vögel [aus dem Nest] a.; b) ein Nest o. Ä. durch Herausnehmen des Inhalts leeren: die Nester im Hühnerstall a.; wenn man Michael wäre, der die Habichtshorste ausnahm (plünderte; Wiechert, Jeromin-Kinder 20); Ü ein Verbrechernest, eine feindliche Stellung a. (ausheben). 2. a) die Eingeweide aus einem geschlachteten od. erlegten Tier entfernen: die Eingeweide, Herz, Leber a.; b) (ein geschlachtetes od. erlegtes Tier) von den Eingeweiden befreien: ein Huhn, einen Hasen a. 3. (ugs. abwertend) a) jmdm. auf listige od. hinterhältige Weise Geld abnehmen; schröpfen: jmdn. beim Spiel a.; er ist von seiner Geliebten tüchtig ausgenommen worden; sie fristen ihr Leben irgendwie ... und werden von den Strichern ausgenommen (Rechy [Übers.], Nacht 123); b) auf dreiste Art aushorchen, ausfragen: er versuchte mich auszunehmen; Bert nahm ihn nicht aus, fragte nicht, warum er geflohen war (Lenz, Brot 57). 4. von etw. ausschließen; gesondert behandeln; nicht mitzählen: du kannst dich, ihn bei der Schuldfrage nicht a.; sie vertraute allen, einen Einzigen ausgenommen; mich müsst ihr a. Ich weiß vor Arbeit nicht ein noch aus (Bredel, Väter 84). 5. <a. + sich> (geh.) in bestimmter Weise erscheinen, wirken: das Bild nimmt sich in diesem Raum sehr gut, unpassend aus; Die ... Verleumdungen nahmen sich im Munde des feinen, geschulten Geistes wunderlich, ja geschmack- und stillos aus (Niekisch, Leben 244). 6. (österr.) erkennen, unterscheiden, wahrnehmen: in den Ecken, wo die Betten standen, ragten undurchdringliche Schattenmassen, und Clarisse konnte nicht a., was geschah (Musil, Mann 438).

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Ausnehmen — Ausnehmen, verb. irreg. act. S. Nehmen, aus einem Orte nehmen, heraus nehmen. 1. Eigentlich. Vögel ausnehmen, aus dem Neste. Einen Zahn ausnehmen, ausziehen. Das Eingeweide ausnehmen, aus einem Thiere. Noch mehr aber metonymisch, besonders von… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • ausnehmen — V. (Aufbaustufe) die Eingeweide aus Geflügel o. Ä. entfernen Beispiel: Er hat den Fisch schnell und geschickt ausgenommen. ausnehmen V. (Aufbaustufe) jmdn. oder etw. nicht in Betracht ziehen, jmdn. oder etw. ausschließen Synonyme: auslassen,… …   Extremes Deutsch

  • ausnehmen — 1. ausschlachten, ausweiden; (Jägerspr.): aufbrechen. 2. Geld abnehmen; (ugs.): lausen, schröpfen; (salopp): abkochen, abzocken; (ugs. scherzh.): erleichtern; (ugs. abwertend): ausschlachten. 3. absehen, auslassen, ausschließen, außer Acht lassen …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • ausnehmen — aus·neh·men (hat) [Vt] 1 jemanden / sich / etwas (von etwas) ausnehmen behaupten, dass jemand / man selbst / etwas von einer Aussage, Regelung o.Ä. nicht betroffen ist ≈ ausschließen: Ich kann von diesem Vorwurf niemanden ausnehmen; Die Straße… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Ausnehmen — Als Ausnehmen oder Ausweiden bezeichnet man ein Vorbereitungsverfahren in der Lebensmittelherstellung. Beim Ausnehmen entfernt man die Eingeweide von Tieren wie zum Beispiel Wild, Geflügel und Fisch. Die Gewinnung von Muskelfleisch bezeichnet man …   Deutsch Wikipedia

  • ausnehmen — ausnehmentr 1.jnschröpfen,ausrauben;jmdasGeldabgewinnen;jndurchüberhöhtePreisebetrügen.HergenommenvomAusweidengetöteterTiere.1500ff. 2.jnbeimKartenspielgründlichbesiegen.Seitdemspäten19.Jh. 3.jngründlichausfragen,scharfverhören.Seitdemspäten19.Jh …   Wörterbuch der deutschen Umgangssprache

  • ausnehmen — aus|neh|men ; sich gut ausnehmen (gut wirken); vgl. ausgenommen …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Ausnehmen — 1. Dat nimmt sik Fransch ût, säd Hans, un krêg de Diern bi n Schinken. (Holst.) 2. Er nimmt sich aus wie in der Bassgeige die Laus. [Zusätze und Ergänzungen] 3. Ich nîm niemand auss, dan Got. – Franck, II, 82b. 4. Man sol alweg einen aussnemen. – …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • ausnehmen, sich — sich ausnehmen V. (Oberstufe) geh.: einen bestimmten Eindruck machen, in bestimmter Weise wirken Synonyme: anmuten, anzusehen sein, erscheinen, ausschauen (SD, A) Beispiel: Die alten Möbel nehmen sich in diesem großen Zimmer sehr gut aus.… …   Extremes Deutsch

  • Jemanden ausnehmen wie eine Weihnachtsgans —   Die umgangssprachliche Wendung besagt, dass jemand meist auf unehrliche Weise um sehr viel Geld gebracht wird: Der Alte ist stinkreich und strohdumm, den nehmen wir aus wie eine Weihnachtsgans! Er war zwei Berufsspielern in die Hände gefallen,… …   Universal-Lexikon